Beruflicher Stress und seine physischen als auch psychischen Auswirkungen spielen in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Durch das multimediale Arbeiten und das sogenannte Multitasking wird das noch verstärkt. Sport stellt hier einen idealen Ausgleich und Gegenpol zu den alltäglichen beruflichen (Über-) Belastungen dar.

Stress ist schwer objektivierbar und beruht auf dem subjektiven Gefühl einer Überforderung, d.h. man bewertet die Möglichkeiten, Situationen zu bewältigen, die für einen selbst als wichtig eingestuft werden, als nicht ausreichend.

Stress war/ist überlebenswichtig

Stress versetzt den Köper in Alarmbereitschaft. Als Folge kommt es zur Blutdruckerhöhung, der Puls und die Atemfrequenz steigen, man wird schmerzunempfindlicher und aufgrund des höheren Energieverbrauchs kommt es zu gesteigerten abbauenden (katabolen) Prozessen im Körper. Das sind Vorgänge, die für den Menschen seit jeher überlebenswichtig waren: man ist kampfbereit, um sich vor wilden Tieren oder Feinden zu schützen. Man bezeichnet diese Stressreaktion auch als „Fight or Flight“, sprich „kämpfe oder fliehe“. Dadurch kommt es zur Ausschüttung verschiedener Stresshormone. Bezüglich der Stresshormonspiegel lässt sich ein Unterschied zwischen trainierten und untrainierten Menschen zeigen, wobei Erstere niedrigere Spiegel aufweisen.

Körperreaktionen in Folge von Stress

Effekte des erhöhten Stresshormonspiegels sind eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels, eine Steigerung des Blutdruckes und eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes. Abgebaut werden solche Stresshormone dann durch Reaktion auf den akuten Stress in Form von Flucht, Kampf oder Bewegung. Wenn es jedoch zu einer Anhäufung der Alarmbereitschaft kommt, wie z.B. beim chronischen Stress, kann dies gesundheitsgefährdend werden. Leider sind wir heute durch den stetig größer werdenden Termin- und Kostendruck immer mehr chronischem Stress ausgesetzt, denn wir können ja nicht einfach den Computer aus dem Fenster werfen oder flüchten….Wir sind regelrecht am Schreibtisch „gefesselt“.

Stressabbau durch Bewegung

Körperliche Aktivität ist eine einfache Art, Stress abzubauen und diesem entgegen zu wirken. Durch Sport kommt es zum Abbau von Stresshormonen.

Sport hat dabei u.a. positive Auswirkungen auf das Nervensystem, die Durchblutung und führt zur Ausschüttung von „Glückshormonen“.

Durch die Veränderungen der körperlichen Vorgänge kommt es zu größerem Wohlgefühl, seelischer Entspannung, Zunahme von Selbstvertrauen, Verminderung von Ängsten, Depressionen und sorgenvollem Grübeln, Schwierigkeiten werden weniger bedrohlich wahrgenommen, Verbesserung kognitiver Fähigkeiten, etc.

Die Dosis macht das Gift

Aber auch beim Sport ist eine Einhaltung ausreichender Ruhepausen zur Wiederherstellung der Energiereserven und zur Vermeidung von Übertraining unerlässlich. Man kann somit sagen „die Dosis macht das Gift“ und muss dies entsprechend bei der Ausübung von Sport beachten, da gerade leistungsorientierte und –gewöhnte Menschen, die sich im Beruf überfordern, auch dazu neigen, dies in der Freizeit und beim Sport ebenso zu tun.

Daher ist die Aufgabe des Trainers auch, das Stresslevel seines Kunden vor jedem Training neu zu bewerten, damit ein maximaler Nutzen entsteht und der Kunden entspannt mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause geht.

Schaffen Sie sich Freiraum

Wir neigen dazu uns und unsere Gesundheit bei Stress zurückstellen. Das kann nach einer gewissen Zeit in einen gefährlichen Kreislauf münden. Hierfür ein Tipp: bewusst mindestens 2 Tage (besser mehr) in der Woche im Terminkalender für Sport und Bewegung blockieren. Hier auch bitte konsequent bleiben und nicht Terminanfragen für Telefonkonferenzen, plötzliche Aufgaben, etc. nachgeben. So schafft man Freiraum für sich und gewährleistet, dass man ein Minimum an Bewegung hat. Übrigens: auch schon ein Spaziergang kann entspannend wirken…

Wer sich so um seine Gesundheit kümmert, ist auch leistungsfähiger und motivierter. Es lohnt sich!

Autor: Dr. Dirk Hardt