Nahrungsergänzungsmittel

Verwenden Sie Nahrungsergänzungsmittel bzw. Supplemente?

Nahezu jeder Sportler in meinem Bekanntenkreis verwendet Nahrungsergänzungsmittel, egal ob Proteinpulver, Magnesiumtabletten oder wie auch immer. Es gehört ja fast schon zum guten Ton.

Auch fragen mich immer wieder meine Klienten, ob sie z.B. Magnesium oder Vitaminpräparate einnehmen sollten. 

Der Supplemente-Markt ist ein Riesengeschäft. Wer schon einmal auf der FIBO (die weltgrößte Sportmesse) war, weiß wovon ich spreche. Da gibt es eine Riesenhalle mit Nahrungsergänzungsmitteln, die von den Stars der Fitnessszene beworben werden.

Auch die Fitnesszeitschriften sind voll mit Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, die verheißungsvolles versprechen und regelrechte Wundermittel sein sollen.

Ja, genau hier liegt das Problem. Denn Wundermittel gibt es nicht, auch wenn Sie sie verzweifelt suchen. Auch mit Supplementen müssen Sie immer noch auf eine gesunde Ernährung achten und sich ausreichend bewegen.

 

Nahrungsergänzungsmittel machen nicht immer Sinn

Gleich zu Anfang kann ich Sie beruhigen: die meisten Supplemente benötigen Sie bei ausgewogener Ernährung nicht. Im Fitness- und Gesundheitsbereich sind sie absolut nicht nötig. Damit spreche ich von der großen Mehrheit der Sport- und Bewegungsinteressierten.

Erst für leistungsorientiert Trainierende und Leistungssportler macht eine Optimierung durch Nahrungsergänzungsmittel unter Umständen Sinn.

Außerdem sollten Sie, wie es der Name ja schon sagt, die Nahrungsergänzungsmittel als Ergänzung sehen. Auf keinen Fall sind sie ein Ersatz. Sie können einen schlechten Lebensstil bzw. eine schlechte Ernährungsweise damit nicht ins Lot bringen.

Realistischerweise können Sie bei einem Trainingsaufwand, der nicht dem eines Leistungssportler entspricht, mit ca. 5% Leistungssteigerung durch diese Mittelchen rechnen. Nicht gerade viel, wenn Sie bedenken wie viel Geld Sie für die Präparate investieren.

Trainieren Sie allerdings sehr intensiv und/oder auch sehr häufig, helfen Ihnen diese Pülverchen und Tabletten Mangelzuständen vorzubeugen. Sie erholen sich zudem schneller von harten Trainingseinheiten.

Wenn Sie also besser oder fitter werden möchten, sollten Sie im ersten Schritt zunächst genauer auf Ihre Ernährung schauen. Entsprechen die Nahrungsmittel wirklich dem, was Ihr Körper braucht? Ist die Energiezufuhr ausreichend, zu viel oder zu wenig? Essen sie nur frische Produkte oder doch auch einige Fertigprodukte?

Einen Fehler sollten Sie auf jeden Fall nicht machen. Sagen Sie nicht, dass Sie sich aufgrund einer harten Trainingseinheit ein Extra-Eis oder eine extra große Pizza verdient haben. So kommen Sie nicht ans Ziel, sondern betrügen sich um Ihren Erfolg.

Das heißt nicht, dass Sie jetzt in absoluter Askese leben sollten. Natürlich sollen und dürfen Sie auch mal eine Pizza essen. Aber Sie  sollten sich dann auch einfach bewusst sein, dass Sie so eben ein bisschen länger brauchen, um Ihr Ziel zu erreichen. Das ist ja auch in Ordnung. Deshalb genieße ich eben auch ab und zu mal einen Döner oder Pizza.

 

Das Magnesium und die Vitamine

Bei Magnesium und Vitaminen handelt es sich um Substanzen, die als Nahrungsergänzungsmittel sehr populär sind (wer kennt sie nicht, die beliebte Multivitamintablette zum Frühstück), ernährungsphysiologisch aber keinen Sinn machen.

Magnesium wird gerne zur Vermeidung von Krämpfen eingenommen. Hilft aber meistens nicht wirklich. Es kann bei Überdosierung sogar zu Durchfall führen.

Oft liegt bei Muskelkrämpfen ein Kaliummangel vor und in selteneren Fällen eine unzureichende Zufuhr von Natrium. Durch eine ausgewogene Ernährung können Sie diese Mineralien ausreichend aufnehmen ohne supplementieren zu müssen.

Kalium findet sich vor allem in Fleisch, Gemüse (Tomaten) und Hülsenfrüchten.

Natrium sollte sowieso kein Problem sein, da es im Speisesalz enthalten ist.

Bei lang anhaltenden sportlichen Aktivitäten und/ oder hohen Außentemperaturen sollten Sie kein reines Wasser trinken, sondern eine Prise Salz zusetzen. Schon haben Sie das Natrium, das Ihr Körper braucht.

Auch bei Vitaminen haben große Studien keinen Beleg für gesundheitliche Vorteile durch Supplementierung gezeigt. Es kann sogar zu einer Überdosierung kommen. Deswegen ist die beste Maßnahme Vitamine in Form von Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Hier sind noch sogenannte bioaktive Substanzen enthalten, die die Wirkung der Vitamine verstärken.

Ja, es ist schon genial was uns Mutter Natur so anbietet. Wir müssen uns manchmal einfach nur daran erinnern.

 

Nahrungsergänzungsmittel Nummer 1, das Sie brauchen: Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln

Omega-3-Fettsäuren gehören, genauso wie Omega-6-Fettsäuren, zu den essentiellen Fettsäuren. Das heißt, Sie müssen sie mit der Nahrung aufnehmen, da Ihr Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Es gibt aber zwei wichtige Unterschiede zwischen diesen beiden Fettsäuren: Omega-6-Fettsäuren fördern entzündliche Prozesse, während Omega-3-Fettsäuren genau das Gegenteil machen.
Überhaupt haben Omega-3-Fettsäuren tolle Eigenschaften, denn sie wirken auch noch blutdrucksenkend, herzrhythmusstabilisierend, senken die Triglyzeride (Neutralfette) im Blut, etc.

Empfohlen wird ein Verhältnis von 1:4 von Omega-3-Fettsäuren zu Omega-6-Fettsäuren. In den westlichen Industriestaaten haben wir aber ein Verhältnis von 1:10 bis 1:20. Die Folge: eine deutliche Zunahme entzündlicher Prozesse und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nun können Sie Omega-3-Fettsäuren natürlich auch mit der Nahrung aufnehmen. Eine Omega-3-FettsäurenMöglichkeit ist z.B. zwei- bis dreimal pro Woche Fisch (vor allem Hering, Lachs und Makrele) zu essen. 

Falls Sie keinen Fisch mögen, hilft auch zwei Esslöffel  Leinöl pro Tag zu konsumieren. Hier ist die alpha-Linolensäure enthalten, aus denen Omega-3-Fettsäuren gebildet werden können.

Eine sehr gute Möglichkeit Ihrem Körper genug Omega-3-Fettsäuren zu gönnen, ist die Supplementierung mit Fischölkapseln.

Zudem sollten Sie neben der Supplementierung auch darauf achten, weniger Omega-6-Fettsäuren aufzunehmen. Ersetzen Sie z.B. Distel-, Sonnenblumen- und Kürbiskernöl durch hochwertige Öle wie Oliven- oder Rapsöl. Auch enthält Fleisch von Wild als auch frei grasenden Tieren (Biofleisch!) mehr Omega-3-Fettsäuren als von Tieren aus der Massentierhaltung. Ein weiterer Grund für Biofleisch 🙂

Bei bestimmten Krankheiten sollten Sie die Omega-3-Fettsäuren-Gabe mit Ihrem Arzt abstimmen, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen. Dazu gehören erhöhte Triglyzeridspiegel, chronische Entzündungen, Allergien, sehr trockene Haut, etc.

Sie sehen, Omega-3-Fettsäuren sind Medizin für Ihren Körper.

 

Nahrungsergänzungsmittel Nummer 2, das Sie brauchen: Vitamin D

Eine aktuelle Studie zeigt, dass jeder zweite Deutsche einen zu geringen Vitamin D-Spiegel hat.

Das ist in unseren Breitengraden aufgrund der kurzen Zeit intensiver Sonne leider nicht ungewöhnlich. Vitamin D wird nämlich unter der Einwirkung von Sonnenstrahlung von Ihrem Körper gebildet.

Vitamin D

Wir haben in unseren Breitengraden vor allem zur Winterzeit einen Mangel an Vitamin D. Daher sollten Sie die schöne Zeit im Sommer nutzen und sich möglichst viel im Freien aufhalten (im Winter natürlich auch). Sie sollten aber wissen, dass Sonnenschutzfaktor auch wieder die Vitamin-D-Produktion verhindert.

Versuchen Sie also – natürlich ohne einen Sonnenbrand zu bekommen – möglichst zwischen 10 und 14 Uhr draußen zu sein. Machen Sie doch z.B. in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang. Bewegung und Sonne tanken ist die beste Kombination.

Allein über die Ernährung ist es kaum möglich, genug Vitamin D zu erhalten. Defizite können zu Osteoporose (Abnahme der Knochendichte), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunstörungen, etc. führen.

Aber Sie sollten jetzt nicht einfach Vitamin D schlucken, da es auch zu Überdosierungen kommen kann. Mein Tipp: einfach mal in den Wintermonaten vom Arzt Ihres Vertrauens den Vitaminspiegel überprüfen lassen und dann in Absprache supplementieren.

 

Fazit:

Als Gesundheits- und Freizeitsportler benötigen Sie bei einer ausgewogenen, gesunden Ernährung keine Nahrungsergänzungsmittel. Diese sind oft überteuert und machen nur wirklich Sinn, wenn Sie sehr leistungsorientiert trainieren.

Es gibt allerdings zwei Nahrungsergänzungsmittel, die aufgrund unserer Umweltbedingungen und dem heutigen Nahrungsangebot, wirklich sinnvoll sind: Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln und Vitamin D (nach Absprache mit dem Arzt und vor allem in den Wintermonaten).

Versuchen Sie doch mal meine Hinweise bezüglich der Ernährung umzusetzen. Probieren Sie  zunächst mal Fischölkapseln aus. Hier gibt es Qualitätsunterschiede, die z.B. von der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen wurden. Haben Sie gar entzündliche Prozesse im Körper oder sehr trockene Haut, werden Sie von dem Ergebnis überrascht sein. Probieren Sie es aus und lassen Sie dann im Winter mal Ihren Vitamin D-Spiegel überprüfen.

Und denken Sie daran: die Ernährung ist immer die Basis für einen gesunden und starken Körper.

 

Ihr Dr. Dirk Hardt

 

 

Autor: Dr. Dirk Hardt


Impulsvortrag

 “Die Top 5 Erfolgsschlüssel zum Wohlfühlgewicht”

 

Neue Wege gehen für eine gesunde und entspannte Ernährungsweise. Ein etwas anderer Vortrag zum Thema Ernährung.

 

Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe “Info-Point Gesundheit Ernährung” statt.

 

Wann und Wo:

30.03.2019 von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Oberursel.

Mehr Informationen hier.