Körperhaltung für mehr Lebensqualität

5 Tipps wie Du durch Deine Körperhaltung eine bessere Präsenz erreichst

Die perfekte Körperhaltung – gibt es das überhaupt? Wenn Du im Büro arbeitest und den überwiegenden Teil Deines Tages sitzt, weißt Du, dass die Position auf Deinem Stuhl nicht die perfekte Haltung ist.

Dein Körper lässt Dich das spüren: Du hast Nackenschmerzen. Dein Schulterbereich ist verspannt. Eventuell hast Du gehäuft Kopfschmerzen. Und immer wieder verspürst Du ein Ziehen im unteren Rücken. Unter Umständen hattest Du sogar schon Blockaden bzw. einen Hexenschuss und Dein Arzt spritzte Dir daraufhin ein Schmerzmittel.

So fühlst Du Dich nicht wohl. Du möchtest etwas dagegen tun. Du machst daher ein- bis zweimal die Woche Sport. Das tut Dir gut, aber Du hast trotzdem das Gefühl, dass Deine Körperhaltung nicht viel besser geworden ist.

Wie sieht denn nun die perfekte Körperhaltung aus? Und vor allem, wie erreichst Du diese?

Wie entsteht eine schlechte Körperhaltung

Als junger Mensch hattest Du nie irgendwelche körperlichen Probleme. Rückenschmerz war Dir ein Fremdwort. Du hast Dich unverletzbar gefühlt. Eventuell hast Du Dich über die anderen belustigt, die immer über irgendwelche Wehwehchen gejammert haben. Nun jammerst Du aber selbst. Wie kommt es auf einmal dazu?

Nun, unser Körper ist aus biologischer Sicht für Bewegung gemacht. Du hast Dich in jungen Jahren sicherlich deutlich mehr bewegt als jetzt. Du bist mit dem Fahrrad zur Schule und zu Freunden gefahren. Du hast Vereinssport betrieben. Dazu kam der Schulsport und Du warst mit Freunden viel draußen unterwegs.

Ab der Ausbildung und spätestens ab dem ersten Job ändert sich das. Du klebst plötzlich am Stuhl fest. Das ist die Position, in der Du nun die meiste Zeit verbringst: sitzend.

Aber liegt es denn nur am Sitzen? Nein! Aber es liegt daran, dass Du überwiegend sitzt. Wenn Du den ganzen Tag nur stehen würdest, wäre das auch nicht gut für Dich.

Dein Körper braucht Abwechslung in der Belastung und Bewegung. Er ist nicht dafür gemacht, in Positionen stundenlang zu verharren.

 

Die Abwechslung macht es

Dein Körper hat über 300 gelenkige Strukturen. Wenn Du Dir nun vorstellst, dass jede dieser Strukturen mindestens zwei Positionen einnehmen kann, kannst Du Dir ausrechnen, zu wie vielen unterschiedlichen Bewegungen Dein Körper in der Lage ist.

Aber wie viele verschiedene Gelenkstellungen durchläuft Dein Körper in Deinem Alltag? Nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Und genau das ist das Problem.

Dein Körper ist effizient und sehr wirtschaftlich. Das bedeutet, er baut alles ab was er nicht benötigt  bzw. nicht genutzt wird. Wenn Du Deinen Körper nur noch einseitig belastest, kommt es zu Einschränkungen. Alles was nicht belastet wird, baut Dein Körper ab. So spart er Energie.

Selbst eine Trainingsstunde kann hier nur eine Ergänzung darstellen. Zähle doch mal wie viele verschiedene PositionenÜbungen Körperhaltung Du im Training – egal ob Yoga, Krafttraining, etc. – einnimmst. Ich tippe mal Du kommst nicht mal auf 100. Und das dann vielleicht zweimal pro Woche. Du siehst schon, das kann nicht ausreichend sein.

Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass Training keinen Sinn macht – im Gegenteil. Aber Du solltest es nicht dabei belassen. Der größte Fehler wäre, Dich danach mit der Begründung, dass Du vom Training erschöpft bist und Dich ausruhen müsstest, noch mehr zu schonen.

Das Training ermöglicht Dir, wieder in die richtige Bewegung zu kommen. Wenn Du den ganzen Tag sitzt, musst Du manche Bewegungen zunächst wieder erlernen. Bewegungstraining schafft Dir einen Ausgleich. Es sollte ein Zusatz zur Alltagsbewegung sein, aber diese nicht ersetzen.

 

 

Warum ist die Körperhaltung überhaupt wichtig?

Hierfür gibt es viele Gründe.

Zum Einen kannst Du über Deine Körperhaltung Dein Stresslevel beeinflussen. Ja, das ist wirklich so und durch Studien belegt. Wenn Du eine aufrechte Haltung einnimmst, sinkt Dein Level an Stresshormonen. Es ist dann deutlich niedriger, als bei einer gekrümmten, eingefallenen Körperhaltung. Du kannst über Deine Körperhaltung Deine Stimmungslage beeinflussen.

Du drückst über Deine Körperhaltung Deine Stimmung nach Außen sichtbar aus. Es hat doch eine ganz andere Wirkung, ob Du aufrecht durch das Leben gehst oder Dich mit einer nach vorne übergebeugten Haltung bewegst.

Du wirkst bei einer aufrechten Körperhaltung selbstbewusster.

Eine gute bzw. natürliche Körperhaltung wirkt zudem Verspannungen entgegen. Genau so wie Du Deine Stimmung beeinflussen kannst, kannst Du auch Bewegungseinschränkungen und Verspannungen entgegenwirken.

Es gibt also viele gute Gründe, Deine Körperhaltung zu verbessern.

 

Wie sieht denn nun die perfekte Körperhaltung aus

Du hast bestimmt schon verschiedene Artikel zur Körperhaltung gelesen. Bestimmt fandest Du dort Aussagen wie, die Schultern sollten nach hinten und unten gezogen werden, der Brustkorb aufgerichtet, etc. Ist das richtig?

Jein. Ich weiß, das willst Du nicht lesen, aber wie so oft im Leben ist es nicht einfach nur schwarz oder weiß.

Die oben genannten Ratschläge sind richtig, da sie Deiner Sitzhaltung entgegenwirken. Somit ist es also schon mal ein guter Ansatz. Aber eine gute Körperhaltung ist mehr. Die Dauer ist der entscheidende Faktor. Oder anders ausgedrückt: “Die Dosis macht das Gift”.

Du solltest in der Tat darauf achten, dass Du nicht mit vorgestrecktem Hals und Rundrücken vor Deinem Computerbildschirm Rundrückenverharrst. Das ist Gift für Deinen Körper.

 

Erinnere Dich immer wieder daran, eine aufrechte Position einzunehmen und den Kopf in eine neutrale, d.h. auf der Wirbelsäule ruhenden Position, zurückzuziehen.

Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du zudem auch mal zwischen einer stehenden und einer sitzenden Positionen wechseln.

In immer mehr fortschrittlich denkenden Unternehmen werden Meetings im Stehen oder sogar Bewegung durchgeführt. Das schafft Ausgleich und gleichzeitig werden die Meetings effizienter, da ja niemand ewig stehen möchte. Man schlägt also mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Je mehr Du zwischen verschiedenen Position  wechselst, desto besser.

Eine gute Körperhaltung ist nicht statisch, sondern dynamisch sich ändernd.

 

5 Tipps für eine bessere Körperhaltung in Deinem Alltag

 

#1 Das Sitzen unterbrechen

Unterbreche Deinen sitzenden Alltag mindestens stündlich, besser  noch alle 30 Minuten durch kurze Bewegung von ca. 3 Minuten. Egal was Du machst, mache es.

Wenn Du in einem Einzelbüro bist, laufe doch einfach auf der Stelle. Dein Puls sollte über 100 Schläge pro Minute kommen.

Oder gehe kurz in das Treppenhaus und laufe zügig 3 Stockwerke auf und ab. Es gibt viele Möglichkeiten. Sei kreativ.

Stelle Dir dafür eine Erinnerung in Deinem Smartphone oder Kalender ein. Du wirst Dich danach frischer und aufnahmefähiger fühlen.

 

 

#2 Die stolze Körperhaltung

Erinnere Dich daran ein “stolze” Körperhaltung einzunehmen. Denke daran, wie Du auf diese Weise Deine Emotionen und Deine Außenwirkung veränderst. Stelle Dir dafür einfach vor, an Deinem Kopf wäre ein Seil, das Dich in die Länge zieht.

Deinen Kollegen und Mitarbeitern wird das auffallen (nicht das Seil, sondern Deine gute Körperhaltung). Wundere Dich nicht, wenn Du angesprochen wirst und angemerkt wird, dass Du vitaler und energetischer wirkst.

 

 

#3 Mehr Bewegung im Alltag

Bringe mehr Bewegung in Deinen Alltag. Steige doch mal eine U-Bahnstation früher aus und gehe den Rest der Strecke zu Fuß. Beende die Mittagspause nicht in der Cafeteria, sondern bei einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Und natürlich solltest Du die Treppen statt den Aufzug benutzen. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die am Schluss eine große Wirkung haben.

 

 

#4 Benutze Deine Gelenke

Trainiere regelmäßig Deine Gelenke. Der Bewegungsumfang Deiner Gelenke ist die Basis für einen gesunden Körper. Du solltest daher regelmäßig daran arbeiten, diesen Bewegungsumfang zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Leider sehe ich sehr oft Menschen, die guten Willens trainieren und diesen Punkt nicht berücksichtigen. Die Folge sind dann Verletzungen, Überlastungen und Frustration.

Eine Möglichkeit Deine Gelenke wieder vermehrt zu nutzen sind Mobilisierungsübungen. Ich mache jeden morgen ca. 5 Minuten ein paar Übungen. Diese stellen einen guten Start in den Tag dar und lassen sich überall durchführen. Die Wirkung ist noch besser, als einen Kaffee zu trinken (auf den ich aber auch nicht verzichten möchte).

Der nächste Schritte wäre, nicht nur zu mobilisieren, sondern den Bewegungsumfang zu verbessern. Dazu in einem späteren Artikel mehr.

#5 Trainiere Deine Muskeln

Der nächste Schritt nach der Verbesserung des Bewegungsumfangs ist ein regelmäßiges Krafttraining (und nicht umgekehrt in der Reihenfolge). So gleichst Du muskuläre Dysbalancen aus, wirkst dem durch zunehmendem Alter bedingten Muskelabbau entgegen und gibst Deinem Körper die Fähigkeit, eine gute Körperhaltung überhaupt erst einzunehmen.

Erst mit einem trainierten Gesäßmuskel hast Du z.B. die Fähigkeit, einen korrekten aufrechten Gang durchzuführen. Indem Du aber den ganzen Tag darauf sitzt, trainierst Du diesen nicht, sondern versetzt ihn in einen Dornröschenschlaf.

Deine Muskulatur bildet das Korsett, das Deinen Körper schützt bzw. unterstützt. Sie formt Deinen Körper. Frauen haben leider oft Angst, zu muskulös zu werden. Das ist aber aufgrund des niedrigen Testosteronspiegels des weiblichen Geschlechts nicht möglich und erst recht nicht, wenn man zwei- bis dreimal die Woche trainiert.

 

Fazit:

Eine gute Körperhaltung spielt nicht nur für Deine Gesundheit, sondern auch im Job und in der Kommunikation mit Deinen Mitmenschen eine wesentliche Rolle.

Die perfekte Körperhaltung erlangst Du durch möglichst viel Abwechslung im Alltag. Dein Körper ist für Bewegung gemacht und funktioniert nach dem “use it or loose it”-Prinzip.

Um Deine Körperhaltung zu verbessern, solltest Du regelmäßig den Bewegungsumfang Deiner Gelenke trainieren und darauf aufbauend ein Krafttraining durchführen.

Gleichzeitig gilt es, Gewohnheiten zu verändern. Verlasse Deine Komfortzone.

Als Belohnung wirst Du deutlich mehr Lebensqualität haben und selbstbewusster durch das Leben gehen.

 

Was möchtest Du ab heute tun, um Deine Körperhaltung und damit Deine Lebensqualität zu verbessern? Lasse es mich in einem Kommentar wissen.

 

Ihr  Dr. Dirk Hardt

Körperhaltung, Krafttaining, Mobility, Präsenz, Selbstbewusstsein, Sitzen

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