Essen bei Stresss

#67 – Fresskalation: der Grund für Deine Junk-Food-Liebe

Hast Du auch manchmal die absolute Eskalation beim Essen?

Du hattest gerade ein echt nervendes Meeting. Du bist total unzufrieden. Es lief absolut nicht so wie Du es Dir vorgestellt hast.

Da hilft nur eins. Erst mal zur Süßigkeiten-Schublade greifen. Das beruhigt Dich. 

Der Teufelskreis

Ich weiß doch selbst wie schwer es ist, sich immer wieder zusammenzureißen.

Seit einem guten Jahr haben wir es zudem noch mit einem erhöhtem Stresslevel durch die Corona-Pandemie zu tun. Das geht mir auch selbst so.

Da greift man doch mal gerne zur Schokolade, den Chips oder was auch immer Dir in solchen Situation gut tut.

Das Problem ist aber, dass Du Dich danach nicht wirklich besser fühlst.

Vielleicht geht es Dir wie mir und Du bist sogar noch genervter, weil Du das Gefühl hattest, dass Du schwach geworden bist.

Dein Bäuchlein wächst, Dein Stresslevel steigt und Du fühlst Dich insgesamt eigentlich immer bescheidener statt besser.

Das ist nicht schön und ich kann das total verstehen.

Aber das wären jetzt hier nicht die Hardt Facts, wenn ich Dir dazu nicht eine biologische Erklärung geben könnte.

Dein Gehirn ist schuld

Also bei mir sind es ja die Chips. Wenn ich  eine Tüte öffne, bin ich nicht mehr zu stoppen.

Glücklicherweise ernähre ich mich ansonsten top. Sonst hätte meine immer wieder mal hochkommende Chips-Liebe Konsequenzen.

Wie Du siehst, bin ich auch kein Superheld.

Aber was lässt Dich eigentlich aufhören zu essen?

Dabei spielt Dein Gehirn eine entscheidende Rolle (neben weiteren Faktoren; dazu mehr in einem späteren Beitrag).

Aber was hat diese Junk-Food-Liebe denn jetzt mit Deinem Gehirn zu tun?

Es ist ein sehr komplexes Thema, das ich jetzt mal versuchen werde, sehr stark vereinfacht zu erklären. Zudem möchte ich Dir auch noch ein paar Maßnahmen mitgeben. 

Das Sättigungssignal

Ich bin ja schon mal darauf eingegangen, dass es mehrere Gründe gibt, warum Du Hunger hast.

Falls Dir das noch nicht bekannt ist, höre Dir unbedingt nochmal die Podcast-Folgen #60 und #4 an.

In diesen erkläre ich die möglichen Gründe, warum Du isst. 

An einem dieser Faktoren wurde in dem Labor, in dem ich zu meiner Post-Doc Zeit am European Molecular Biology Laboratory war, auch schon geforscht.

Da gibt es das Leptin. Leptin ist ein Hormon, das in Deinem Fettgewebe gebildet wird. Es sagt Deinem Gehirn wie groß bzw. voll die Energiespeicher sind.

Einfach ausgedrückt entscheidet Dein Gehirn aufgrund der Leptin-Level was und wie viel gegessen wird.

Ist das Leptin-Level konstant ist alles im grünen Bereich und Du bist gesättigt. Fällt das Leptin-Level allerdings ab, ist Dein Gehirn alarmiert und setzt alles in Gang, damit Du nicht in einen Hungerzustand kommst.

Das war evolutionär überlebenswichtig. Dein Gehirn unternimmt alles, damit Du immer ausreichend versorgt bist.

Das heißt Du wirst hungrig, Dein Gehirn bringt Dich dazu Deine Energiespeicher zu schonen indem Du dich weniger bewegst und Dein Stoffwechsel fährt runter.

Je nach Typ funktioniert das in umgekehrter Richtung auch, aber eben nicht immer gleich gut.

Der Haken

Wenn es um die salzigen, süßen und fetten Leckereien geht, die noch so angenehm im Mund knacken oder sich gut anfühlen, kannst Du aber einfach nicht Nein sagen.

Du kannst dir gar nicht vorstellen, was da an Forschung reingesteckt wird, um dir das perfekte Geschmackserlebnis zu geben.

Da wird untersucht wie die Chips perfekt knackig sind, so dass du beim Geräusch in der Werbung schon Speichelfluss bekommst und komischerweise plötzlich voll Bock auf Chips hast.

Süß, salzig und fettig in Kombination mit diesem Genusserlebnis wirkt regelrecht süchtig machend.

In diesem Zeug hast Du aber leider nur viel Energie und nahezu keine Nährstoffe.

Aber mache Dir bitte keine Vorwürfe, dass Du das Zeug liebst.

Das schreibe ich hier nicht, nur weil es mir auch so geht, sondern weil es normal ist.

Zum Überleben war es früher einfach wichtig, möglichst energiereiche Nahrungsquellen aufzunehmen.

Da gab es aber auch keine Industrie, die ein Interesse daran hatte,  dass Du immer mehr davon essen willst.

Anders verhält es sich mit dem Geschmack bitter. Bitter steht in der Natur meist für giftig. Daher findest Du den Geschmack normalerweise auch nicht gut.

Das Stop-Signal des Leptins wird also durch das Bedürfnis nach Energie übersteuert.

Der Super-Gau

Ja, es kann noch zum Super-Gau kommen.

Das ist dann die Leptin-Resistenz.

Durch das häufige essen von Junk-Food wird ständig Leptin in Deinem Fettgewebe gebildet, aber Dein Gehirn reagiert nicht mehr darauf. Es ist regelrecht überfordert.

Damit fällt das Sättigungssignal weg und es kann zur Stoffwechselentgleisung kommen.

Zudem kommt es durch dieses leckere Zeug, abhängig von der Menge und Länge  des Konsums, zu Entzündungen in Deinem Gehirn. Das wiederum wirkt sich unter anderem auch auf Deine Appetitregulation aus.

Was kannst Du tun?

Wie kannst Du Dich nun dieser “Gehirnwäsche” entziehen?

Es mag banal klingen aber vermeide verarbeitete Lebensmittel.

Bevorzuge frisches Gemüse, Obst, Bio-Fleisch, Fisch, gute Öle und, wenn Du es verträgst, Milchprodukte.

Das Entscheidende ist so  gut wie möglich die Hände von verarbeitenden Lebensmitteln zu lassen.

Heißt aber bitte nicht Verzicht und, dass diese für Dich verboten sind.

Es geht vielmehr darum, dass Du sie, wenn Du sie isst, auch genießt. Esse sie bewusst und nicht einfach nebenher, wie z.B. beim Fernsehen.

Treffe vor allem eine bewusste Entscheidung, dass Du jetzt z.B. Chips essen möchtest. Mache Dir eine kleine Schüssel damit voll. Dann setze Dich in Ruhe hin und esse nur die Chips.

Du wirst ganz schnell merken, dass das plötzlich etwas bei Dir in Bewegung setzt.

Das Schöne ist ja auch, dass Deine Geschmacksknospen sich auch mit der Zeit anpassen. Du wirst nach einer gewissen Gewöhnungszeit die verschiedenen Lebensmittel ganz anders schmecken. Die Chips kommen Dir eventuell auf einmal sehr salzig vor. Dadurch isst Du dann automatisch auch weniger davon

Es ist immer Deine bewusste Entscheidung.

Falls du es noch nicht hast, hier auch noch mal die Erinnerung, dass ich Dir in meinem kostenlosen Hörbuch “Die fünf Schlüssel zu mehr Leistungsfähigkeit” leicht umsetzbare Tipps für den Alltag mitgebe.

Es geht in dem Hörbuch um die Themen Zielsetzung, Hunger, Deine Blutzuckerkurve, Stressabbau durch Essen und Bewegung allgemein.

Dein Dirk

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