Körperhaltung

#66 – Die perfekte Körperhaltung

Die perfekte Körperhaltung – gibt es das überhaupt?

Die Deutschen sitzen im Durchschnitt 7.5 Stunden pro Tag. Das sind Statistiken, die vor der Corona-Pandemie erhoben wurden. Wahrscheinlich ist es inzwischen durch Homeoffice noch deutlich länger.

Wenn Du im Büro arbeitest und den überwiegenden Teil Deines Tages sitzt, weißt Du, dass die Position auf Deinem Stuhl nicht die perfekte Haltung ist.

Dein Körper lässt Dich das spüren: Du hast Nackenschmerzen. Dein Schulterbereich ist verspannt. Eventuell hast Du gehäuft Kopfschmerzen. Unter Umständen hattest Du sogar schon Blockaden bzw. einen Hexenschuss und Dein Arzt spritzte Dir daraufhin ein Schmerzmittel.

So fühlst Du Dich nicht wohl. Du möchtest etwas dagegen tun. Du machst daher ein- bis zweimal die Woche Sport. Das tut Dir gut, aber Du hast trotzdem das Gefühl, dass Deine Körperhaltung nicht viel besser geworden ist.

Wie sieht denn nun die perfekte Körperhaltung aus? Und vor allem, wie erreichst Du diese?

Wie entsteht eine schlechte Körperhaltung

Als junger Mensch hattest Du nie irgendwelche körperlichen Probleme. Rückenschmerz war Dir ein Fremdwort. Du hast Dich unverletzbar gefühlt. Eventuell hast Du Dich über die anderen belustigt, die immer über irgendwelche Wehwehchen gejammert haben. Nun jammerst Du aber selbst. Wie kommt es auf einmal dazu?

Nun, unser Körper ist aus biologischer Sicht für Bewegung gemacht. Du hast Dich in jungen Jahren sicherlich deutlich mehr bewegt als jetzt. Du bist mit dem Fahrrad zur Schule und zu Freunden gefahren. Du hast Vereinssport betrieben. Dazu kam der Schulsport und Du warst mit Freunden viel draußen unterwegs.

Ab der Ausbildung und spätestens ab dem ersten Job ändert sich das. Du klebst plötzlich am Stuhl fest. Das ist die Position, in der Du nun die meiste Zeit verbringst: sitzend.

Aber liegt es denn nur am Sitzen? Nein! Aber es liegt daran, dass Du überwiegend sitzt. Wenn Du den ganzen Tag nur stehen würdest, wäre das auch nicht gut für Dich.

Dein Körper braucht Abwechslung in der Belastung und Bewegung. Er ist nicht dafür gemacht, in Positionen stundenlang zu verharren.

Die Abwechslung macht es

Dein Körper hat über 300 gelenkige Strukturen. Wenn Du Dir nun vorstellst, dass jede dieser Strukturen mindestens zwei Positionen einnehmen kann, kannst Du Dir ausrechnen, zu wie vielen unterschiedlichen Bewegungen Dein Körper in der Lage ist.

Aber wie viele verschiedene Gelenkstellungen durchläuft Dein Körper in Deinem Alltag? Nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Und genau das ist das Problem.

Dein Körper ist effizient und sehr wirtschaftlich. Das bedeutet, er baut alles ab was er nicht benötigt  bzw. nicht genutzt wird. Wenn Du Deinen Körper nur noch einseitig belastest, kommt es zu Einschränkungen. Alles was nicht belastet wird, baut Dein Körper ab. So spart er Energie.

Übungen Körperhaltung

Selbst eine Trainingsstunde kann hier nur eine Ergänzung darstellen. Zähle doch mal wie viele verschiedene Positionen Du im Training – egal ob Yoga, Krafttraining, etc. – einnimmst. Ich tippe mal Du kommst nicht mal auf 100. Und das dann vielleicht zweimal pro Woche. Du siehst schon, das kann nicht ausreichend sein.

Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass Training keinen Sinn macht – im Gegenteil. Aber Du solltest es nicht dabei belassen. Der größte Fehler wäre, Dich danach mit der Begründung, dass Du vom Training erschöpft bist und Dich ausruhen müsstest, noch mehr zu schonen.

Das Training ermöglicht Dir, wieder in die richtige Bewegung zu kommen. Wenn Du den ganzen Tag sitzt, musst Du manche Bewegungen zunächst wieder erlernen. Bewegungstraining schafft Dir einen Ausgleich. Es sollte ein Zusatz zur Alltagsbewegung sein, aber diese nicht ersetzen.

Die Folgen von langem Sitzen

Ich denke aus dem bisher Beschriebenen wird deutlich, dass Dein Körper mehr als nur Training braucht und langes Sitze Konsequenzen haben kann, die Deine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Folgen durch langes Sitzen können für Dich sein:

  • Rückenschmerzen ausgelöst durch Deinen Hüftbeuger, der durch die sitzende Position verspannt;
  • Abschwächung Deines Stütz- und Halteapparates;
  • das Risiko an der Zuckerkrankheit zu erkranken erhöht sich;
  • negative Auswirkungen auf Deinen Fettstoffwechsel;
  • erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • Verkürzung Deiner Lebenszeit.

Es gibt also viele gute Gründe, Deine Körperhaltung zu verbessern.

Wie sieht denn nun die perfekte Körperhaltung aus

Du hast bestimmt schon verschiedene Artikel zur Körperhaltung gelesen. Bestimmt fandest Du dort Aussagen wie, die Schultern sollten nach hinten und unten gezogen werden, der Brustkorb aufgerichtet, etc. Ist das richtig?

Jein. Ich weiß, das willst Du nicht lesen, aber wie so oft im Leben ist es nicht einfach nur schwarz oder weiß.

Die oben genannten Ratschläge sind richtig, da sie Deiner Sitzhaltung entgegenwirken. Somit ist es also schon mal ein guter Ansatz. Aber eine gute Körperhaltung ist mehr. Die Dauer ist der entscheidende Faktor. Oder anders ausgedrückt: “Die Dosis macht das Gift”.

Körperhaltung für mehr Lebensqualität

Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du zudem auch mal zwischen einer stehenden und einer sitzenden Positionen wechseln.

Je mehr Du zwischen verschiedenen Position  wechselst, desto besser.

Eine gute Körperhaltung ist nicht statisch, sondern dynamisch sich ändernd.

Ich sage immer gerne: die beste Körperhaltung ist die, in der Du am kürzesten verweilst.

Tipp für eine bessere Körperhaltung in Deinem Alltag

Unterbreche Deinen sitzenden Alltag mindestens stündlich, besser  noch alle 30 Minuten durch kurze Bewegung von ca. 3 Minuten. Egal was Du machst, mache es.

Wenn Du in einem Einzelbüro oder im Homeoffice bist, laufe doch einfach auf der Stelle. Kreise Deine Arme und Deine Hüfte. Hüpfe einfach locker auf der Stelle. Du brauchst kein kompliziertes Trainingsprogramm dafür.

Dein Puls sollte dabei über 100 Schläge pro Minute kommen.

Stelle Dir dafür eine Erinnerung in Deinem Smartphone oder Kalender ein.

Du wirst Dich danach wieder frischer und aufnahmefähiger fühlen. Ja, diese 3 Minuten werden regelrecht Deine Produktivität steigern.

Das Schöne ist, dass Du mit dieser kleinen Maßnahme mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägst:

  • Bewegung fördert das Lernen, das kognitive Denken und integriert das abstrakte Denken;
  • Du unterstützt so Dein Immunsystem (darauf bin ich schon in der Podcast-Folge #65 eingegangen);
  • es wirkt den erhöhten Risiken für die Zuckerkankheit, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen entgegen;
  • es wirkt Lebenszeit verlängernd.

Ja, es wurde durch Studien tatsächlich belegt, dass langes Sitzen negative Auswirkungen auf Deine Lebenszeit hat.

Fazit:

Die perfekte Körperhaltung erlangst Du durch möglichst viel Abwechslung im Alltag. Dein Körper ist für Bewegung gemacht und funktioniert nach dem “use it or loose it”-Prinzip.

Um Deine Körperhaltung zu verbessern, solltest Du regelmäßig den Bewegungsumfang Deiner Gelenke nutzen und neben regelmäßigem Training kurze bewegte Pausen in Deinen Alltag einführen.

Als Belohnung wirst Du deutlich leistungsfähiger und stressfreier im Alltag sein.

Dein Dirk

Bewegung, Homeoffice, Körperhaltung, Sitzen, Verspannungen

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